Kunstlauf

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Beim Rollkunstlauf werden künstlerisch-tänzerische Fähigkeiten, artistische Elemente und und die bis zur Perfektion reichende Körperbeherrschung auf ein Sportgerät übertragen, das fest mit dem Läufer verbunden ist und mit ihm zu einer Einheit verschmelzen soll: den Rollschuh.

 

Der Rollkunstlauf ist in Kürlaufen und Pflichtlaufen unterteilt.

Kürlaufen:

Beim Kürlaufen werden Sprünge, Pirouetten, anspruchsvolle Schrittkombinationen und Figuren trainiert und in abwechslungsreich choreographierten, musikunterlegten Küren auf Wettbewerben bis hin zur Weltmeisterschaft präsentiert. Für die Längen und Inhalte der Küren gibt es feste Vorgaben, die je nach Alters- und Leistungsklasse variieren. Die Regeln ändern sich ständig und die Trainer müssen immer auf dem Laufenden sein. Grundsätzliches bleibt allerdings erhalten: Bei der Bewertung wird auf die Höhe der Sprünge, die Sauberkeit der Landungen, die Umdrehungszahl, Drehgeschwindigkeit und korrekte Haltung der Pirouetten, sowie Leichtfüßigkeit bei der Ausführung des Schrittmaterials und dessen Schwierigkeitsgrad geachtet. Schnellkraft, Kraftausdauer und ein Quäntchen Mut sind hier unverzichtbar, um sich an Doppel- und Dreifachsprünge oder Pirouetten, die nur auf der Hacke oder in rückwärts liegender Position gedreht werden, heranzutrauen.

Pflichtlaufen:

In dieser Disziplin geht es dagegen ruhiger zu. Es werden die Grundlagen der Rollschuhbeherrschung erlernt und gefestigt. Eine gute Ausbildung in der Pflicht schafft die Voraussetzung für eine saubere Ausführung der Kürelemente. Es werden hierbei vorgezeichnete Kreisbögen (Abb. 1 und 2) abwechselnd auf dem rechten und linken Bein nach festen Regeln spurgenau nachgelaufen. In höheren Leistungsklassen werden Drehungen von vorwärts auf rückwärts und umgekehrt in diesen Spurablauf integriert - bei steigendem Schwierigkeitsgrad. Das Pflichtlaufen erfordert viel Fleiß und Disziplin, belohnt einen aber dafür mit Geschicklichkeit, Körperbeherrschung, Konzentrationsfähigkeit und einer aufrechten Körperhaltung.

In der Pflicht werden, wie auch in der Kür, Wettkämpfe bis hin zur Weltmeisterschaft ausgetragen.

(Die Abbildungen 1 und 2 stammen leicht abgewandelt aus der WOK 2009 www.driv-rollkunstlauf.de)

Abb. 1: Bogenachter

(Abbildungen:
altes Vereinstrikot
für Pflichtlauf)

Abb. 2: Schlinge

(Abbildung unten:
aktuelles Vereinstrikot
für Pflichtlauf)

Wettbewerbsstruktur:

Die Wettbewerbe sind in die A-Schiene (Leistungssport) und die B-Schiene (Breitensport) unterteilt. In der A-Schiene werden die Läufer fest nach ihrem Geburtsjahr in verschiedene Startgruppen eingeteilt, jeweils 2 Jahrgänge in einer Altersklasse:

Bezeichnung der Altersklasseminimal und maximal erreichtes Alter im Kalenderjahr des StartsJahrgänge in der Saison 2016
Schüler D8, 92008, 2007
Schüler C10, 112006, 2005
Schüler B12, 132004, 2003
Schüler A14, 152002, 2001
Jugend16, 172000, 1999
Junioren18, 191999, 1997
Meisterklasse>191996 und früher

Voraussetzung für den Start in der A-Schiene ist der bestandene Kunstläufertest in der Disziplin, in der man starten möchte (Pflicht bzw. Kür). In der B-Schiene werden die Läuferinnen und Läufer nur nach ihren bestandenen Tests eingeteilt. Dabei entfällt die Alterseinteilung bis auf einige Ausnahmen bei den Jüngsten vollständig:

Bezeichnung der Startgruppemindestenshöchstens
Anfängerkein TestFreiläufertest
FreiläuferFreiläufertestFigurenläufertest (bei Kürstart ist Pflichttest Kunstläufer erlaubt)
FigurenläuferFigurenläufertest1 x Kunstläufertest (Pflicht oder Kür)
KunstläuferKunstläufertestKunstläufertest
NachwuchsklasseKunstläufertestC-Test
CupC-Testohne Beschränkung

Mädchen und Jungen bzw. Damen und Herren starten grundsätzlich getrennt.

Landesmeisterschaften werden in der A-Schiene ausgetragen, wobei die B-Schiene die Veranstaltung als Rahmenwettbewerb ergänzt. Nord- und Süddeutsche Meisterschaften sowie Deutsche Meisterschaften (erst ab Schüler C) werden ausschließlich für die Leistungsschiene ausgeschrieben und der Start dort erfordert eine entsprechende Qualifikation des Läufers bei den vorher ausgetragenen Landesmeisterschaften. In unserem Fall, beschließt der RIVSH (Rollsport- und Inlineverband Schleswig-Holstein), welche Läufer Schleswig-Holstein auf den weiterführenden Meisterschaften vertreten dürfen. Nach Abschluss der Deutschen Meisterschaften beschließt der Deutsche Rollsport- und Inlineverband (DRIV), welche Läufer Deutschland auf Europameisterschaften und Weltmeisterschaften und sonstigen internationalen Wettbewerben vertreten dürfen.

Die Links führen zur aktuellsten Version der Wettkampfordnung für Rollkunstlauf (WOK) und zum Wettkampfkonzept für den Breitensport (WeB). In der WOK sind viele Infos Rund um den Sport und die organisatorischen Aspekte zu finden. Ganz aktuell ist sie leider nicht, da kleinere Änderungen immer nur in Form von Zusatzbeschlüssen veröffentlicht werden und erst dann eine neue Version der WOK online gestellt wird, wenn genügend Änderungen zusammen kommen. Der größte Teil ist jedoch up to date und gibt einen Überblick über alle Aspekte des Sports - auch über die Disziplinen Show, Roll- und Solotanz, Formation, Paarlauf, Inline-Artistic und Inline-Dance. Zusätzliche Beschlüsse, Extra-Regelwerke und sonstige Infos gibt es auf der offiziellen Internetseite der SK Rollkunstlauf des DRIV (http://www.driv-rollkunstlauf.de oder https://www.facebook.com/driv.sk.rollkunstlauf). Das zweite ist zwar eine Facebook-Seite, man muss aber nicht bei Facebook sein, um an sämtliche Infos und Materialien zu kommen.

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